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  E-Learning-System AUKOM Stufe 1  [ Lektionenübersicht ]
Grundlagen der Koordinatenmesstechnik
Lernmodul 9:  Vorbereiten der Messung - Temperieren

Lernschritt 3 von 7
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Neben der Sauberkeit übt die Temperatur einen entscheidenden Einfluss auf das Messergebnis aus:
  
  • Alle Teile aus allen Materialien haben bei unterschiedlicher Temperatur unterschiedliche Maße! 

  • Deshalb ist die Angabe eines Maßes nur sinnvoll, wenn gleichzeitig die Temperatur des Teils bekannt ist. Aus diesem Grund hat man die Bezugstemperatur von 20° C festgelegt. In den Normen DIN 102 und ISO 1 ist festgelegt, dass alle Maßangaben zu dieser Bezugstemperatur erfolgen. Deshalb müssen Messungen bei 20° C erfolgen.

  • Schon kleine Abweichungen von der Bezugstemperatur von 20° C haben große Auswirkungen: Materialien verformen sich und werden bei zunehmender Temperatur größer. So ist ein 1 m langes Stück Stahl (bei 20° C) bei 21°C schon 11 µm länger!
  • Damit also richtig gemessen werden kann, müssen 20° C Temperatur haben:

    Die Oberflächentemperatur des Werkstückes sagt nichts über seine Innentemperatur aus!

  • Bearbeitung der Werkstücke führt häufig zu einer erheblichen Erwärmung. Die Lagerung der Werkstücke im Freien, unter Sonneneinstrahlung, vor dem Heizkörper, oder auf der Fußbodenheizung kann zu einer Veränderung der Temperatur führen. Auch das Berühren der Werkstücke und des Tasters mit bloßen Händen führt zum einer Erwärmung. Beim Reinigen ist darauf zu achten, dass sich einerseits durch Reibung Werkstücke und Taster erwärmen, und andererseits die Reinigungsflüssigkeit eine kühlende Wirkung haben kann.
    Werkstücke sollten ausreichend lang temperiert werden. Aber: Wie lange ist ausreichend lang? Das hängt ab von:
    - Der Wärmekapazität des Werkstückes
    - Der Wärmeleitfähigkeit des Materials
    - Dem Materialvolumen/Oberflächen-Verhältnis
    - Der Luftzirkulation
      
  • Als Leitregel kann man sich merken:
    Das wichtigste Messgerät in der Längenmesstechnik ist das Thermometer!

 

20° C
Bezugstemperatur nach DIN 102 und ISO 1
Diese Temperatur muss im ganzen Raum 
und über die Zeit hin konstant sein!



(Längenausdehnung: Im Beispiel ein 1 m langes Stahlteil)



(Beim Ausdehnen vor allem von komplexeren geometrischen Teilen und bei Materialunterschieden verbiegt sich das Werkstück)

 

 

Änderungsstand: 12.08.2009   [ Startseite ] [ Inhalte ]