Neben der Sauberkeit übt die Temperatur einen entscheidenden Einfluss auf das
Messergebnis aus:
Alle Teile aus allen Materialien
haben bei unterschiedlicher Temperatur unterschiedliche
Maße!
Deshalb ist die Angabe eines Maßes nur sinnvoll, wenn
gleichzeitig die Temperatur des Teils bekannt ist. Aus diesem Grund
hat man die Bezugstemperatur von 20° C festgelegt. In
den Normen DIN 102 und ISO 1 ist festgelegt, dass alle
Maßangaben zu dieser Bezugstemperatur erfolgen. Deshalb
müssen Messungen bei 20° C erfolgen.
Schon kleine Abweichungen von der Bezugstemperatur von 20°
C haben große Auswirkungen: Materialien verformen sich und
werden bei zunehmender Temperatur größer. So ist ein 1 m
langes Stück Stahl (bei 20° C) bei 21°C schon 11
µm länger!
Damit also richtig gemessen werden kann, müssen 20° C
Temperatur haben:
Die Oberflächentemperatur des Werkstückes sagt nichts über seine Innentemperatur aus!
Bearbeitung der Werkstücke führt häufig zu einer erheblichen Erwärmung. Die Lagerung der Werkstücke im Freien, unter Sonneneinstrahlung, vor dem Heizkörper, oder auf der Fußbodenheizung kann zu einer Veränderung der Temperatur führen. Auch das Berühren der Werkstücke und des Tasters mit bloßen Händen führt zum einer Erwärmung. Beim Reinigen ist darauf zu achten, dass sich einerseits durch Reibung Werkstücke und Taster erwärmen, und andererseits die Reinigungsflüssigkeit eine kühlende Wirkung haben kann. Werkstücke sollten ausreichend lang temperiert werden. Aber: Wie lange ist ausreichend lang? Das hängt ab von: - Der Wärmekapazität des Werkstückes - Der Wärmeleitfähigkeit des Materials - Dem Materialvolumen/Oberflächen-Verhältnis - Der Luftzirkulation
Als Leitregel kann man sich merken: Das wichtigste Messgerät in der
Längenmesstechnik ist das Thermometer!
20° C Bezugstemperatur nach DIN 102 und ISO 1 Diese Temperatur muss im ganzen Raum und über die Zeit hin konstant sein!